Generalversammlung 2008

Protokoll der Generalversammlung des Turnvereins Wormersdorf 1920 e.V.
am Mittwoch, 5. März 2008, 20 Uhr, Restaurant „Zur Tomburg“

Berichte der Vorstandsmitglieder
TOP 1: Der 1. Vorsitzende Hans Küpper begrüßte die anwesenden 38 Mitglieder und bat die Versammlung, sich zum Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder zu einer Schweigeminute von den Plätzen zu erheben.

TOP 2: Geschäftsführerin Christiana Küpper trug den Geschäftsbericht für das Jahr 2007 vor. Dabei ging sie auf die Veranstaltungen des vergangenen Jahres ein, wie die letzte Generalversammlung am 27.04.2007, die Vatertagswanderung zur Kakushöhle bei Eiserfey, das Pfingstjugendlager in Simmerath, die 23. Sportwoche auf dem Wormersdorfer Dorfplatz im Juni, die außerordentliche Generalversammlung am 23. November 2008 zum Thema „Verschmelzung mit dem Sportverein Wormersdorf 1946 e.V. sowie die Rosenmontagsparty, die gemeinsam mit dem Sportverein in der Wormersdorfer Turnhalle ausgerichtet wurde.

TOP 3: Schatzmeister Michael Klotz trug den Kassenbericht vor und verteilte hierzu eine Übersicht mit den aktuellen Zahlen an die Mitglieder. Wie er besonders betonte, hätte der Verein im Jahr 2007 wie auch in den vorangegangenen Jahren ohne die Veranstaltungen wie Sportwoche oder Rosenmontagsparty keinen ausgeglichenen Haushalt gehabt, sondern das Jahr jeweils mit Verlusten abgeschlossen. Das ehrenamtliche Engagement einiger weniger ehrenamtlicher Helfer bei den Veranstaltungen habe dem Verein also bislang die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge erspart.

TOP 4: Wie Kassenprüfer Frank Mauel berichtete, habe er gemeinsam mit Edith Wendt die Kasse geprüft und für richtig befunden. Es gebe keine Beanstandungen der Kassenführung.

TOP 5: Aus der Versammlung wurde die Entlastung des Vorstandes beantragt und einstimmig von den Mitgliedern beschlossen.

TOP 6: Berichte der Abteilungsleiter

Turnwartin Helga Linder berichtete über die Entwicklung der Turngruppen, die alle gut laufen. Die Seniorenturngruppe sei mittlerweile die stärkste Gruppe. Sie habe zudem beobachtet, dass sich die Aerobic-Welle abschwäche und sich die Menschen zunehmend sanfteren Bewegungsarten zuwenden. Deshalb habe sie eine Ausbildung zur Pilates-Trainerin begonnen. Der Rückenkurs könnte Werbung vertragen, denn hier seien die Teilnehmerzahlen rückläufig.
Auch zum Thema „Versschmelzung“ äußerte sich Helga Linder: Sie sei nicht gegen eine Verschmelzung mit dem Sportverein, sondern gegen die „Eliminierung des Turnvereins“. Die Wahl des Namens für den neuen Gesamtverein müsse mit Sorgfalt getroffen werden. Wenn der Begriff „Turnverein“ im Namen des neuen Vereins nicht mehr vorkomme, werde der Turnverein „praktisch ausgelöscht“. Sie wolle einen „Weg gehen zwischen Tradition und Moderne“.

Hans-Gerd Paffenholz berichtete über die Herrenturngruppe „Freitagsclub“, dass man sich weiterhin regelmäßig freitags zu „sportlichen Ertüchtigungsmaßnahmen“ treffe.

Wie Hans Küpper in seiner Eigenschaft als Abteilungsleiter Handball berichtete, bestehe die Handballspielgemeinschaft mit dem Rheinbacher Turnverein, HSG Rheinbach-Wormersdorf, seit nunmehr 10 Jahren. Im vergangenen Jahr habe man sein erfolgreichstes Jahr erlebt. Zurzeit seien 20 Mannschaften im Spielbetrieb angemeldet (16 Jugend- und 4 Herrenmannschaften), in denen rund 300 aktive Handballer (davon 250 Kinder und Jugendliche) organisiert seien. In der kommenden Saison würden es sogar 18 Jugend- und 4 Herrenmannschaften sein, die im Spielbetrieb angemeldet seien. Auch die spielerischen Leistungen seien enorm. Die HSG-Jugend somit unter den 16 besten Mannschaften von Deutschland zu finden. 4 Spieler der HSG seien im Kader der Jugendnationalmannschaft
„In der Jugendarbeit ist die HSG das Maß aller Dinge“ habe der Vorsitzende des Handballverbandes gesagt.

Auch die Herrenmannschaften seien sehr erfolgreich:

Die 1. Mannschaft stehe auf Platz 2 in der Oberliga,
die 2. Mannschaft halte ihre Klasse in der Landesliga und
die 4. Mannschaft sei gerade in die Kreisliga aufgestiegen.

Zu TOP 7 und TOP 8 der Tagesordnung

Die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes, Hans Küpper (1. Vorsitzender), Cornelia Saß (2. Vorsitzende), Christiana Küpper (Geschäftsführerin) und Michael Klotz (Kassenwart) erklärten vor der Versammlung ihren Rücktritt.

Zum Wahlleiter wurde Hans Gerd Paffenholz gewählt.

Bei der anschließenden Neuwahl des geschäftsführenden Vorstandes stellte sich keiner der anwesenden Mitglieder für eines der Vorstandsämter zur Verfügung.
Es wurde somit kein Vorstandsmitglied gewählt.

Auch nachdem die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder betonten, dass sie einem neuen Vorstand jegliche Unterstützung zukommen lassen würden, fand sich kein neuer Vorstand zusammen.

TOP 9: Der Ex-Vorsitzende Hans Küpper klärte die Anwesenden darüber auf, dass nun beim Amtsgericht in Rheinbach ein Notvorstand beantragt werde, der die Aufgabe habe, in Kürze zu einer erneuten Versammlung einzuladen, deren einziger Tagesordnungspunkt die Neuwahl eines Vorstandes sei. Sollte auch bei der erneuten Mitgliederversammlung kein Vorstand gewählt werden, drohe dem Verein die Auflösung.

Dies sei vor allem für die Handballabteilung ein Problem, weil den dann 22 Mannschaften im aktiven Spielbetrieb die Zurückstufung auf die Abstiegsplätze drohe. Möglicherweise werde die HSG Rheinbach-Wormersdorf aufgelöst, um dies zu verhindern.

Die Versammlung endete mit Diskussionen und Beschuldigungen im Zusammenhang mit der „geplatzten“ Verschmelzung mit dem Sportverein Wormersdorf. Dies gipfelte in dem Antrag eines Mitglieds, ein anderes Mitglied, dessen Namen hier nicht genannt werden soll, wegen „Sabotage“ und „unüberlegter Handlungen“ aus dem Verein auszuschließen. Der Ex-Vorsitzende Hans Küpper distanzierte sich von diesem Vorschlag und betonte: „In einem Verein sollte man nicht nachtragend sein. Wir haben alle Fehler gemacht“ und verwies darauf, dass ein solcher Antrag für die aktuelle sowie die folgende Versammlung auch praktisch nicht möglich sei. Zudem würde er persönlich einen solchen Antrag nicht unterstützen, da das betreffende Mitglied sich langjährig um den Verein verdient gemacht habe.

Erneut zeigte sich die Spaltung zwischen den beiden Meinungs-Gruppen im Verein, die sich auch schon bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 27. November 2007 gezeigt hatte. Damals hatten 27 Mitglieder für eine Verschmelzung mit dem Sportverein gestimmt und 27 Mitglieder gegen eine Verschmelzung mit dem Sportverein, so dass das Thema „Verschmelzung“ komplett ad acta gelegt werden musste. Der Vorstand hatte daraufhin sofort seinen Rücktritt angekündigt.

Die eine Gruppe von Mitgliedern erachtete die Verschmelzung mit dem Sportverein als dringend und unaufschiebbar und deshalb als wichtiger als den Namen des neuen Vereins. Diese Gruppe war der Meinung, man hätte den Verein auch NACH der Verschmelzung noch umbenennen können, um die Verschmelzung zum Termin 1. Januar 2008 zu retten und nicht sämtliche ehrenamtlichen Arbeitsstunden und Mühen des nun zurück getretenen Vorstandes zunichte zu machen. Schließlich gehe es um die Existenz des Vereins. Man könne nicht bloß wegen der Uneinigkeit über den Namen die ganze Verschmelzung platzen lassen, das sei „Theater“. Einige Wortführer dieser Gruppe machten die Verschmelzungs-Verweigerer verantwortlich für den Rücktritt des Vorstandes und für die nun drohende Auflösung des Vereins. Man könne nicht die engagierte Arbeit eines guten Vorstandes zunichte machen und sich dann wundern, dass dieser zurück tritt und sich kein neuer Vorstand findet, um die Scherben aufzukehren.

Die andere Gruppe von Mitgliedern war zwar auch nicht gegen die Verschmelzung, erachtete jedoch den Namen des Gesamtvereins als wichtiger. Diese Gruppe hatte bei der außerordentlichen  Mitgliederversammlung im November sozusagen vorsichtshalber gegen die Verschmelzung mit dem Sportverein gestimmt. Die Gruppe befürchtete nämlich, dass NACH einer erfolgten Verschmelzung eine Umbenennung des Vereins, z.B. in „Turn- und Sportverein“, im neuen Gesamtverein (inklusive der Sportvereins-Mitglieder) keine Mehrheit mehr finden würde. Die Gruppe war außerdem verärgert, weil der Vorstand nach einem Gespräch mit den Wortführerinnen der Gruppe unmittelbar vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung den im Verschmelzungsvertrag angegebenen Namen für den neuen Gesamtverein („Sportverein 1920/46 e.V.“) nicht geändert hatte. Dies war jedoch nach Aussage des Vorstandes so kurz vor der Versammlung nicht mehr möglich, weil auch der Sportverein über denselben Verschmelzungsvertrag abzustimmen hatte und der Vertrag zudem etliche Zeit vor den Versammlungen in endgültiger Form öffentlich ausgehängt werden muss. Eine Änderung des Vertrages zu diesem Zeitpunkt hätte bewirkt, dass beide Versammlungen (die des Turnvereins sowie die des Sportvereins) hätten abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt hätten verschoben werden müssen. Dadurch wäre der angestrebte Termin der Verschmelzung (1. Januar 2008) allein wegen der Namenswahl geplatzt. Diese Gruppe hatte letztlich die Verschmelzung mit dem Sportverein durch ihr Votum „gegen die Verschmelzung“ gestoppt, was schließlich auch zum Rücktritt des Vorstandes geführt hatte.

Eine schöne Geste zum Abschluss waren die Worte etlicher Mitglieder, die den zurück getretenen Vorstandsmitgliedern für ihren Einsatz und die unzähligen Arbeitsstunden für den Verein dankten, was diese sehr freute.

Der zurück getretene Vorstand hofft, dass sich bei der nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand findet und die Existenz des Vereins sichert.

Christiana Küpper,
Protokollführerin
Rheinbach, 6. März2008

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